Was, wenn Bildhauerei textil ist?

Zielgruppe: Lehrer/innen aller Schularten

Leitung: Dr. Veronika Moos-Brochhagen, freischaffende Künstlerin und promovierte Kulturpädagogin, Bergisch Gladbach

Lehrgang 914299

20.04. - 22.04.2015

Montag - Mittwoch

Ziele

• Erprobung des Räumlichen, experimentellen und prozess-orientierten Arbeitens

• Erfahren der Verschiedenheit und des Ausdruckpotenzials von (textilen) Materialien

• Kennenlernen wesentlicher textiltechnischer Verfahren und einfacher Grundprinzipien der Raumbildung

• Wahrnehmung und Reflexion von Atmosphären (Gernot Böhme)

• Entwicklung einer textilen Sprachlichkeit

Programm

„Versuche, aufs gerade Wohl Fäden eng zusammen, andere weit in den Raum zu hängen. Sie sind stramm und formell, aber ganz ätherisch, empfindsam und zerbrechlich. Überwiegend transparent, keine Malerei, keine Skulptur. Und doch existent“. Eva Hesse

Im Zentrum der Fortbildung steht das dreidimensionale Kunstwerk in Form von Miniaturtextilen und amorphen textilen Räumen.

Mit einfachen additiven Verfahren (plastisch aufbauen, aneinanderfügen) und subtraktiven Verfahren (skulptural abtragen, ausschneiden, aushöhlen) wird mit den Händen ertastend Material geformt. Dabei wird die Materialauswahl nicht im tradierten Sinne Stein oder Holz sein, sondern leichte und fragile Fäden, Fasern, Stoffe, flatternde, lichtdurchlässige Materialien, Naturfasern und Fundstücke. Aus mitgebrachten oder auch vor Ort in der Natur gesammelten Anregungen und Materialien können kleine Gebilde und größere Raumkörper entstehen, die auch ein Arbeiten direkt in der Natur nicht ausschließen. Impulse zu Einzel-, als auch Gruppenarbeit mit Themen wie: Bündel, Hohlräume, Nester, Netze, Polster, Schlupflöcher, Verzweigungen u. a. laden ein zu spielerischen Material- und Formuntersuchungen. Die zum Teil nur flüchtig inszenierten Momente können als Foto festgehalten oder z. B. in Form einer Zeichnung reflektiert und weiterentwickelt werden.

Kommunikativ und inspirierend ergänzt wird das praktische Tun und Angebot durch exemplarische Einblicke in Vorbilder der Natur und die Arbeit zeitgenössischer Textilkünstler/innen. Gleichwohl ermöglichen diese Einblicke und die haptischen Material- und Raumstudien Impulse für künstlerische Handlungsfelder in der Schule.

Hinweis

Bitte bringen Sie weiße Stoffe, auch Reste, Altkleider, Schere, kleine Zange oder Astschere, Nähnadeln, Häkelnadel, Zwirn, Faden- und Garnreste, Wollflies, Blumendraht, Notizbuch/Block, Bleistift und bequeme Arbeitskleidung mit.