10.03.2019

Ferienakademie 2019 in den Osterferien

Der freischaffende Künstler Klaus A. Burth wird vom 23. - 26. April in Schloss Rotenfels mit dem Ferienkurs „Landschaft? Ölmalerei?" debütieren. Wir haben ihn dazu befragt.

 



Schloss Rotenfels: Lieber Herr Burth, wollten Sie schon immer Künstler werden?

Klaus Burth: Nein, ursprünglich hatte ich keine Ahnung von Kunst. Ich entstamme keinem kunstaffinen Haus. Im Wirtschaftsgymnasium lernte ich Programmieren, statt den Kunstkurs zu besuchen. Dennoch galt ich früh als Künstler: Bereits die Kunstlehrerin der Grundschule sorgte dafür, dass ich nachmittags Mal- und Zeichenunterricht bekam. Klassenkameraden prognostizierten: Du wirst Politiker oder Künstler. Ich gebe zu, irgendwann kaufte ich mir vom Taschengeld ein paar Tuben Ölfarbe und experimentierte herum, wollte aber unbedingt Jurist werden. Eine Freundin animierte mich zur Bewerbung an einer Kunstakademie. Beide Bewerbungen waren erfolgreich. Als Student für Malerei und Grafik bei Prof. Gross an der Staatlichen Akademie für Bildende Künste Karlsruhe vergaß ich alle anderen Berufswünsche. Sofort nach dem ersten Staatsexamen machte ich mich als freischaffender Künstler selbstständig.



SR: Ist es richtig, dass Sie sich intensiv mit dem Begriff „Heimat" auseinandersetzen, insbesondere mit dem Schwarzwald?

KB: In einem kleinen Dorf in der Schwarzwaldvorbergzone aufgewachsen liebe ich den Schwarzwald. Die Natur hat mich getröstet, wenn es mit den Menschen mal nicht so klappte. Die regionale Verwurzelung hat mich geprägt. Heimat ist ein Begriff, der in Spannung zur großen Welt steht. Ich will und brauche beides. Neuerdings kehre ich in der Malerei bewusst und ziemlich rücksichtslos zum intensiven Naturerleben der Kindheit und Jugend zurück. Einfach, weil es Freude macht! Wenn der Heimatbegriff verallgemeinert wird, geht es um Identität. Ich würde sagen, dass ich mich Fragen nach Identität und Identifikation umtreiben. Und natürlich habe ich auch immer die Kunstgeschichte im Blick.

SR: Ihr neuer Workshop widmet sich der Landschaft in Öl. Fließt Ihre Beschäftigung mit der Heimat Schwarzwald in den Ferienkurs mit ein?

KB: Insofern, als dass ich das Sehen und das Umsetzen der Landschaft in Bilder auf meinen Streifzü-gen durch die Heimat gelernt habe. Seit vielen Jahren entwerfe ich kleinste bis große Landschaften und Naturstücke; in ihnen kommt meine Liebe zur Heimat zum Ausdruck. Auch liegt der Veranstaltungsort Schloss Rotenfels im schönen Murgtal! Insbesondere, wenn es das Wetter die Arbeit draußen zulässt, lässt sich der Schwarzwald kaum negieren. Die Vermittlung handwerklicher Fähigkeit tangiert den Heimatbegriff natürlich nicht. Sollte jemand eine Toskanalandschaft malen wollen, weil er den letzten Urlaubsort als wahren Heimat- und Sehnsuchtsort entdeckte, werde ich ein Auge zudrücken...



SR: Wie viel röhrender Hirsch erwartet die Teilnehmer des Osterkurses in Schloss Rotenfels?

KB: Für ein traditionelles Bild war ich mir noch nie zu schade! Ich hab´s auch schon mal zu einem lebensgroßen Pferd von hinten gebracht. Ein Hirsch von vorn? Ambitioniert! Die Pferde, die ich von vorn zeichnen wollte, drehten sich weg, bevor ich fertig war. So bin ich zur Landschaft gekommen.
Die Frage lautet nicht: Darf ich das malen, sondern: Ist es anregend, intelligent, macht Spaß, erweitert den Horizont? Es darf auch unterhaltend sein. Das Schlimmste ist Langeweile.
Bildung, Tradition und handwerkliches Können schaffen die Voraussetzung für kreative, überra-schende und neue Verknüpfungen, Lösungen und Ideen.

SR: Wie nehmen Sie Anfängern oder Wiedereinsteigern die Angst vor der weißen Leinwand?

KB: Indem ich gestehe, selbst diese Angst zu haben. Sie ist normal. Nein, im Ernst: Dass jemand gar nichts hinkriegt, gibt's nicht. Dass jemand an den eigenen Ansprüchen scheitert, schon. Aber soweit werde ich es nicht kommen lassen.
Zudem: Dadaismus und Surrealismus haben aus Dilettantismus und Zufall anerkannte künstlerische Arbeitsprinzipien gemacht: Die Tür ist weit offen! Treten Sie ein und schauen sich um! Die Messlatte legen Sie selbst, die Unterstützung bekommen Sie von mir.

SR: Wir danken Ihnen für das Gespräch und freuen uns auf die künftige Zusammenarbeit.


 

 Detaillierte Informationen zum Kurs und die Möglichkeit der Anmeldung gibt es hier