SCHULKUNST-Fachtag

Schwerpunkt: 100 Jahre BAUHAUS – Design im Fokus

Zielgruppe: SCHULKUNST-Betreuer/innen sowie Fachberater/innen Bildende Kunst der Regierungspräsidien

Leitung: Judith Stuntebeck (Designerin), Projektmanagement Stiftung Deutsches Design Museum, Frankfurt am Main 

Lehrgang 922071

28.09.2017

Donnerstag

Ziele

Die Teilnehmer/innen
• erweitern vorhandenes/erwerben praxisorientiert neues Wissen zum Bauhaus und seinen Einflüssen auf das Design
• diskutieren Auswirkungen wie die Zusammenführung von Kunst und Handwerk auf das aktuelle Design im 21. Jahrhundert
• nutzen das Prinzip des Co-Working, angeleitet von professionellen Designern
• gestalten auf dieser Basis eigene Arbeiten (Disziplinen: Kommunikations- und Produktdesign)
• können theoretische und praktische Fortbildungsinhalte zielführend auf den Unterricht übertragen

Programm

Die Stiftung Deutsches Design Museum fördert und vermittelt Design als bedeutsamen Bestandteil der angewandten Kunst und der Alltagskultur an eine breite Öffentlichkeit. Seit 2014 lädt ihre bundesweite Bildungs- und Kulturinitiative „Entdecke Design" in Schulen Heranwachsende aller Altersstufen ein, in praxisorientierten Workshops die Welt des Designs zu entdecken und in eigenen Arbeiten kreativ umzusetzen. Seit 2016 besteht ein eigenes Programmangebot an Fort- und Weiterbildungen für Multiplikatoren und Pädagogen. BAUHAUS – Design im Fokus ist ein Kooperationsprojekt mit der Aus- und Fortbildungseinrichtung Akademie Schloss Rotenfels.

Der für SCHULKUNST-Betreuer/innen und Fachberater/innen Bildende Kunst konzipierte Fortbildungstag wird durch den Impulsvortrag EXPERIMENT BAUHAUS eröffnet. Die wegweisende Lehre an der einflussreichsten Gestaltungshochschule der klassischen Moderne wird in drei Schritten vorgestellt: 1) Hervorgegangen aus der Lebensreformbewegung 2) Kunst und Technik, eine neue Einheit 3) Gestaltung für eine neue Gesellschaft. Parallel zur chronologischen Entwicklung werden herausragende Gestalter und deren Entwürfe, Möbelstücke und Alltagsgegenstände (heute Designklassiker) vorgestellt. Authentische Filmausschnitte visualisieren die Epoche und Atmosphäre der 1920er Jahre.

Der Workshop-Part widmet sich der Design-Praxis. Bauhaus gestern und heute? Im Rahmen der Übung S 43 / MYTO untersuchen wird anhand des Freischwingers S 43 von Mart Stam aus der Bauhaus-Ära und dem zeitgenössischen Modell MYTO von Konstantin Grcic, inwieweit zentrale Bauhaus-Ideen prägenden Einfluss auf die Produktgestaltung nahmen – und ob bzw. in welcher Form sie für Gegenwart und Zukunft gültig bleiben. Anschließend werden eigene Arbeiten entworfen und gestaltet.

Der 10-MINUTEN-STUHL ist eine klassische „Fingerübung" im Design, die allein oder in kleinen Gruppen umgesetzt werden kann. Gearbeitet wird mit einem Set einiger weniger Materialien, aus diesem begrenzten Angebot sollen in nur 10 Minuten Stuhlmodelle im M 1:6 entstehen. Im Anschluss findet eine Präsentation aller Arbeiten statt. Die Rahmenbedingungen entsprechen den klassischen Elementen des Entwurfsprozesses: definierter Zeitrahmen, fixe Parameter, iterativer Prozess (ggf. in Teamarbeit). Auch die Produktkommunikation spielte am Bauhaus eine entscheidende Rolle. Im Anschluss an den 10-MINUTEN-STUHL gestaltet jeder Teilnehmer/jede Gruppe im Rahmen des Moduls PLAKATPORTRAIT ein eigenes Plakat zur visuellen Kommunikation des zuvor entworfenen Stuhlmodells. Was zeichnet den Entwurf aus? Für welchen Einsatzzweck ist der Stuhl gestaltet? Welche Zielgruppe soll Platz nehmen?

Alle Theorieparts und praktischen Übungen können unkompliziert auf den Unterricht übertragen und vielfältig eingesetzt werden. Adäquate Begleitmaterialien für den Unterricht werden mit kurzen Erläuterungen vorgestellt.

Parallel zum Tagesworkshop mit den drei Themenmodulen finden Expertentische zur Entwicklung und konzeptionellen Umsetzung auf der Ebene der Regierungspräsidien sowie des ZKIS statt.

Den Abschluss des Fortbildungstages bildet eine Diskussion und Feedback-Runde. Gemeinsam ziehen wir Resümee und fassen wichtige Ergebnisse zusammen, um die neu erworbenen Inhalte konkret und mit Erfolg auf den Unterricht sowie die Regionale Fortbildung übertragen zu können.

 

Hinweis