Hülle und Raum

Zielgruppe: Lehrer/innen aller Schularten

Leitung: Dipl.-Ing Manuela Gantner, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fakultät für Architektur am Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Dipl.-Ing. Bernita Le Gerrette, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fakultät für Architektur am Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Lehrgang 922760

19.02. - 21.02.2018

Montag - Mittwoch

Ziele

Die Teilnehmer/innen
• sind sensibilisiert für grundlegende räumliche und architektonische Zusammenhänge im gebauten Umfeld
• verfügen über ein Grundverständnis von historischen und aktuellen Diskursen zum Verhältnis von Hülle und Raum
• besitzen ein grundlegendes räumliches Vorstellungsvermögen
• können nach vorangehender Analyse von Parametern wie Materialität, Proportion und Licht und deren Einflüsse auf Raumwirkung und Atmosphäre eine Idee zur räumlichen und strukturellen Gestaltung von Hülle in ihrer Funktion als verbindendes beziehungsweise trennendes Element von Raum formulieren
• sind in der Lage, ein darauf aufbauendes Entwurfskonzept zu entwickeln, Varianten in experimentellen Studien an Modellen zu erarbeiten und zu vergleichen und den Entwurf daraufhin zu modifizieren
• können ihre Idee in Skizzen, im Modell und verbal kommunizieren, durch die Umsetzung im Maßstab 1:1 im Raum erfahrbar machen und im Diskurs argumentativ begründen

Programm

Raum und Hülle – Architektur kann in dieser Dualität gedacht werden: Ein Raum wird durch seine Hülle definiert. Die Hülle umschließt und bekleidet einen Raum. Hierbei wird der Raum nicht mehr als rein physischer Behälter definiert, sondern um gesellschaftswissenschaftliche Komponenten wie soziale Beziehungen, Kommunikation oder Interaktion erweitert. Die Entwicklungsgeschichte der architektonischen Hülle reicht von frühen Zeltkonstruktionen nomadischer Völker bis zu neuen High-Tech-Fassaden – klimatische und kommunikative Hochleistungsmaschinen der komplexen, technologisierten Gesellschaft. Dabei bildet die Hülle immer eine Grenze, sei es zwischen dem Schutzraum und der Gefahr, dem Innen und dem Außen, dem Privaten und dem Öffentlichen oder dem klimatisierten Raum und den Wettereinflüssen. Diese begrenzende Schicht, die wir auch Fassade oder Wand nennen, übernimmt vielfältige Funktionen. So stellt jedes Fenster und jede Öffnung einen Bezug zwischen dem Innen und dem Außen her. Wir können hinein- und hinausschauen. Das Tageslicht dringt ein und am Abend strahlt die Beleuchtung nach außen in den Straßenraum. Je nach den Anforderungen an Funktion und Repräsentation kann die Hülle geschlossen oder perforiert, ein- oder mehrschichtig, dünn oder räumlich ausgebildet sein.