Multiplikatorenfortbildung zum SCHULKUNST-Jahresthema „Natur und Zeit“

Zielgruppe: Benannte SCHULKUNST-Betreuerinnen und -Betreuer sowie Fachberaterinnen und Fachberater Bildende Kunst im Bereich des Regierungspräsidiums Stuttgart

Leitung: 
StD Werner Knievel
StD'in Lisa Rzehak
Dieter Brunner
Rolf Nikel

Lehrgang 925626

17.09. - 19.09.2018

Montag - Mittwoch

Ziele

Wachsen und Vergehen, Prozesse der Veränderung, Bewegung und Rhythmus zeugen von Phänomenen, die vom Faktor Zeit bestimmt werden. Materialien und Formen der Natur bieten vielfältige Anstöße für künstlerisches Handeln.
Das Begriffspaar „Natur und Zeit" soll über vielfältige Zugänge, wie Eingriffe in die natürliche Umgebung, Aktionen in der Natur, Sammeln, Beobachten, Nachbilden und das jeweilige dokumentarische Festhalten zu einer Reflexion im künstlerischen Handeln führen.
Untermauert mit kunsthistorischen Bezügen werden diese Erfahrungen erweitert und vertieft. Dabei werden auch umfassend die im neuen Bildungsplan verankerten Inhalte zu diesem Thema aufgegriffen.
Die Teilnehmenden entwickeln daraus erste Elemente/Bausteine für eigene Fortbildungen, die sie für die Qualifizierung von Lehrkräften in ihrer Region weiterverwenden können.

Programm

Die Fortbildung setzt sich in zwei Workshops mit den Begriffen Natur und Zeit auseinander.

Workshop I, Leitung Lisa Rzehak:
„Aus der Fläche in den Raum"
In der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Materialqualitäten des vermeintlich vertrauten Werkstoffs Papier entstehen räumlich-plastische Gebilde mit Objektcharakter – Biomorphe, die den Anschein von natürlich Gewachsenem erwecken. Durch bewusstes Ausgestalten der Oberflächenbeschaffenheiten wird das Papier zur Hülle, zur Haut, zur Membran. In der Natur fügt sich das Biomorph unbemerkt ein und tritt in überraschende Beziehungen mit seiner Umgebung. Es erobert den Raum oder überlässt sich der natürlichen, durch die Witterung bedingten Zersetzung.
„Aus dem Raum in die Zeit"
Die Dokumentation solcher Veränderung mit filmischen und fotografischen Mitteln erschließt die Dimension der Zeit. Das animierte Bild erweckt das Biomorph zum Leben und wird zum Zeichen eines sich stetig wiederholenden Prozesses von Wachstum und Zerfall.

Workshop II, Leitung Rolf Nikel:
„Bewegung in der Zeit"
Beim Arbeiten nach lebendem Modell sollte diese Lebendigkeit auch zu spüren sein. Die Bewegungsstudien können einen zeitlichen Prozess deutlich machen. Als Motiv sind sich bewegenden Menschen in Alltagssituationen auf der Straße gleichermaßen denkbar.
Die Umsetzung kann von realistisch abbildhaft bis abstrahierend oder abstrakt sein. Sie kann in der Zeichnung, in der Malerei oder plastisch-räumlich erfolgen.
„Vom Begreifen des Baumes zum Spüren des Waldes"
Ausgangspunkt ist ein Baum, den jeder sich in der Umgebung erwählt, und versucht, ihn direkt in der Natur mit vor Ort gefundenen Pflanzen- und Erdfarben zu porträtieren. Jeder gestaltet seinen eigenen Baum, zusammen entsteht daraus in einer Installation ein ganzer Wald. (Dieser Workshopteil ist wetterabhängig.)

Die kunsthistorische Einführung von Herrn Dieter Brunner zum Thema erweitert die Bandbreite der eigenen Arbeit.

 

Hinweis