Multiplikatorenfortbildung zum SCHULKUNST-Jahresthema „Natur und Zeit“

Zielgruppe: Benannte SCHULKUNST-Betreuerinnen und -Betreuer sowie Fachberaterinnen und Fachberater Bildende Kunst im Bereich des Regierungspräsidiums Tübingen

Leitung: 
StD Tillmann Gäckle
StD'in Lisa Rzehak
StR Ulrich Schubert
Dieter Brunner

 

Lehrgang 925630

15.10. - 17.10.2018

Montag - Mittwoch

Ziele

Wachsen und Vergehen, Prozesse der Veränderung, Bewegung und Rhythmus zeugen von Phänomenen, die vom Faktor Zeit bestimmt werden. Materialien und Formen der Natur bieten vielfältige Anstöße für künstlerisches Handeln.
Die Teilnehmenden des Lehrgangs entwickeln daraus Fortbildungsformate, die sie für die Qualifizierung von Lehrkräften in ihrer Region weiterverwenden können.

Programm

Das Begriffspaar „Natur und Zeit" soll über vielfältige Zugänge, wie Eingriffe in die natürliche Umgebung, Aktionen in der Natur, Sammeln, Beobachten, Nachbilden und das jeweilige dokumentarische Festhalten zu einer Reflexion im künstlerischen Handeln führen.
Untermauert mit kunsthistorischen Bezügen werden diese Erfahrungen erweitert und vertieft.
Dabei werden auch umfassend die im neuen Bildungsplan verankerten Inhalte zu diesem Thema aufgegriffen.

Zwei Workshops werden durch ein kunstgeschichtliches Referat von Dieter Brunner zum Thema „Natur und Zeit" ergänzt.

Workshop I, Leitung Uli Schubert:
„Holz, Metall, Bewegung - Bewegliche Objekte und Mobiles"
Metall und Holz werden im Workshop zu beweglichen Objekten komponiert. Dabei wenden die Teilnehmer Kenntnisse in der Verarbeitung der Werkstoffe an und erwerben neue.
Bewegung in der Zeit erfordert Beweglichkeit. Von der Fläche in den Raum stellen wir bewegliche Objekte her, die mit dem Materialkontrast von Holz und Metall spielen. Holz als natürlich gewachsener Werkstoff trägt durch Abnutzungsspuren oder Übergänge von naturbelassenen und bearbeiteten Abschnitten die Spuren der Zeit in sich. Das kontrastierende Material Metall kann ebenfalls blank und glänzend aber auch reizvoll patiniert die Spuren seines Alters veranschaulichen.
Im freien Umgang mit dem Material erkunden wir die Oberflächen und Reflexionen der Materialien. Dabei setzen wir variantenreich Verbindungsmöglichkeiten der Materialien um und erfinden neue.
Wir beginnen mit Versuchen zu den Materialien, ihren eigenen Oberflächen und ihrer Kombinationsmöglichkeit um dann erste sichere Verbindungen zu schaffen. Ziel ist schließlich ein komplexes Objekt oder Mobile, das - obwohl stabil gebaut - Leichtigkeit und Beweglichkeit ausstrahlt.

Workshop II, Leitung Lisa Rzehak:
„Aus der Fläche in den Raum: plastisches Gestalten mit Papier"
In der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Materialqualitäten des vermeintlich vertrauten Werkstoffs Papier entstehen räumlich-plastische Gebilde mit Objektcharakter – Biomorphe, die den Anschein von natürlich Gewachsenem erwecken. Durch bewusstes Ausgestalten gegebener, und Erzeugen neuer, unvermuteter Oberflächenbeschaffenheiten wird das Papier zur Hülle, zur Haut, zur Membran.
Das Aussetzen der Objekte in der Natur bewirkt überraschende Konstellationen. Das Biomorph fügt sich unbemerkt ein, tritt in Beziehung mit seiner Umgebung und verwächst mit ihr, sammelt sich an, wuchert, überwuchert und behauptet sich, erobert den Raum oder überlässt sich der natürlichen, durch die Witterung bedingten Zersetzung.
Durch die Dokumentation solcher Veränderung mit filmischen und fotografischen Mitteln tritt die Dimension der Zeit hinzu. Das in Schleifen animierte Bild erweckt das Biomorph zum Leben und wird selbst zum Zeichen repetitiver Prozesshaftigkeit eines sich stetig wiederholenden Ablaufs von Wachstum und Zerfall.

 

Hinweis