Künstlerisch forschend.

Kunstunterricht und Rolle der Lehrkraft im Fokus der künstlerischen Forschung

Lehrgang EKKEQ

Veranstaltungsdatum: 18.11. - 20.11.2020

Zielgruppe: Gymnasiallehrkräfte der Sekundarstufe 1 und 2

Leitung: 
Vertr.-Prof. Dr. phil. Annette Hermann, OStR'in
OStR'in Anne Böcher

 

Mittwoch - Freitag

Programm

Die Arbeit in der künstlerischen Bildung an Schulen bewegt sich zwischen den Fel-dern von Lehre, ästhetisch-künstlerischer Praxis und (häufig nur indirekt) von Forschung mit ihren je heterogenen Ansprüchen. Die Fortbildung richtet sich an interessierte Akteurinnen und Akteure, die offen sind für die Entwicklung einer ästhetisch-forschenden Grundhaltung im Hinblick auf Kunstunterricht und eigener Lehrerrolle. Die Teilnehmenden widmen sich der zentralen Frage, inwiefern künstlerische Forschung dazu beitragen kann, Erkenntnisprozesse in der schulischen Bildung für sich (Lehrende) und für den Umgang mit anderen (Lernende) neu zu denken.



Künstlerische Praktiken des Nachdenkens und Forschens über Lehren und Lernen werden erprobt: gestalten und installieren, interagieren und notieren, recherchieren und übersetzen, komponieren und proben, arrangieren und entwerfen, serielles und kollaboratives Arbeiten. Die Teilnehmenden lernen neue forschungsmethodische Zugänge kennen und wenden diese auf eigene kunst- und bildbezogene Fragestellungen von Kunstunterricht an. Das Material kann sein: die Werkarbeit von Schülerinnen und Schülern, ein künstlerisches Schulprojekt, ein experimenteller Einstieg, der Kunstraum, das Ungeplante, das Widerständige, usw.
Die Fortbildung eröffnet eine dialogische, ästhetische und künstlerische Annäherung an andere Formen von Wissenspraxen in Kunst, beruflicher Rolle und schulischer Bildung und zeigt Wege auf, diese Praxen anderen (Schüler, Kolleginnen und Kollegen, Studierende) näher zu bringen. Denn das Forschende steckt zentral im Kunstunterricht: Er zielt auf die Entwicklung der praktischen Gestaltungsfähigkeiten und Ausdrucksmöglichkeiten von Schülern, fördert ihre Wahrnehmung, die Entfaltung imaginativer Fähigkeiten und eine ästhetisch-forschende Grundhaltung.
Künstlerische Forschung kann dazu beitragen, von Kunst aus bildende Zugänge zu entwerfen und neue Formen des Wissens zu entdecken.

Ziele

Die Teilnehmenden
- kennen künstlerisch-forschende Praktiken und wenden sie im Kunstunterricht an
- können zwischen ästhetisch-künstlerischer und empirisch-sozialwissenschaftlicher Forschung unterscheiden
- sind in der Lage, einen Forschungsprozess nachzuvollziehen – vom Entwickeln einer Forschungsfrage, dem Konkretisieren von Methode und Material, dem Strukturieren und Auswerten bis zum Präsentieren und Diskutieren der Ergebnisse
- haben mit ästhetisch-künstlerisch akzentuierten Forschungsmethoden Zugang zu anderen Formen der Erkenntnis
- entwickeln eine forschend-reflexive Haltung gegenüber eigenen berufsbezogenen Überzeugungen
- pflegen einen neuen Blick auf Kunstunterricht und die eigene Lehrerrolle.

 

Vertr.-Prof. Dr. phil. Annette Hermann, OStR'in
seit April 2020 Vertretungsprofessur für Kunstpädagogik an der Universität Siegen; davor Juniorprofessur an der Kunstakademie Stuttgart; Studium Bildenden Kunst und Intermediales Gestalten (ebd). Künstlerische Forschung, Fotografie und Rauminstallation.

 

OStR'in Anne Böcher
Kunstlehrerin am Hölderlin-Gymnasium Stuttgart, Beratungslehrerin, seit Januar 2020 Akademische Mitarbeiterin an der Akademie der bildenden Künste Stuttgart

 



Hinweis

Die Fortbildung findet im Rahmen einer Kooperation zwischen der Außenstelle Schloss Rotenfels und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart statt.

Die Buchung gilt für die Teilnahme an beiden Terminen. (Zweiter Termin 09.06. - 11.06.2021 Fortbildungsnummer KJJZ7)

Die Teilnehmenden werden gebeten, zur ersten Veranstaltung etwas mitzubringen, das für die stellvertretend für Kunst, Kunstunterricht, die eigene Künstler-/Lehrerrolle steht und/oder darüber etwas aussagen kann. Dieses Etwas kann eine künstlerische Arbeit, ein Foto, ein Buch, ein Dokument, ein Zitat, eine Erinnerung ein Wunsch, ein Video, ein Sprachmemo, ein Bild, ein Problem, ein Laptop, der eigene Körper o.ä. sein – ein gemeinsamer Pool unterschiedlicher Materialien, in die die Teilnehmenden individuell, kollaborativ, experimentell eintauchen können. Darüber hinaus wird ein Skizzenbuch DIN A4 benötigt, welches gleichermaßen für Skizzen und Notizen Verwendung findet.