Landesprogramm Kulturschule Baden-Württemberg: Best Practice-Beispiele

Lehrgang 9XE9D

Veranstaltungsdatum: 29.04.2024

Zielgruppe: Lehrkräfte, Kulturbeauftragte, Kulturteams und Schulleitungen von Kulturschulen sowie Lehrkräfte von Schulen in der Förderlinie „Lernen mit den Künsten“

Leitung: Workshop 1: Stefanie Manhillen, Workshop 2: Renate Gaethke-Sander, Sylva Brit Jürgensen

 

Montag

Programm

Workshop 1 (10 - 12 Uhr): Entdecke die Kunst in Dir! Kreative Unterrichtspraxis als Haltung und Werkzeug im Schulalltag

Die Anwendung kreativer Methoden im Unterricht steht im Zentrum des Kulturschulprogramms, und genau dieser Ansatz ist Thema der Fortbildung. Die Teilnehmenden erleben selbst unterschiedliche kreative Unterrichtssequenzen und deren Wirkung auf das eigene Tun. Hierbei werden verschiedene künstlerische Werkzeuge und Herangehensweisen entdeckt, die selbst im Unterricht in den Kernfächern angewendet werden können. Zeichnung, Malerei, Collage, Assemblage, Storytelling oder die künstlerische Verwendung von Projektion kann den Unterrichtsinhalt für die Schülerinnen und Schüler zu einem sinnlich erfahrbaren Erlebnis machen, das sich einprägt und verständlich wird.
In der Fortbildung wird von den Teilnehmenden reflektiert, wie diese Tools auch im eigenen Unterricht Anwendung finden können. Über das Kennenlernen dieses kreativen Werkzeug-Koffers hinausgehend erfahren die Teilnehmenden aber auch etwas über die notwendige, zugrundeliegende künstlerische Haltung. Die Fortbildung soll Lust machen auf eigenes Kreativwerden im täglichen Unterrichten.
Es sind keine künstlerischen Vorkenntnisse erforderlich, der Workshop ist fächerübergreifend für alle Interessierten geeignet.

  © Alex Kondratiev

Workshop 2 (13.30 - 17 Uhr): Wunderwelten MINT

Ziel des Kulturschulprogramms ist die Anwendung künstlerisch-ästhetischer Methoden im regulären Unterricht. Um dies zu unterstützen, werden verschiedene erfolgreich erprobte Beispiele für kulturell-ästhetischen Unterricht in einer Best Practice-Reihe gezeigt. In dieser Fortbildung werfen die Teilnehmenden einen Blick durch die Brille der Kulturellen Bildung und nehmen gewohnte Fachinhalte aus einer anderen Perspektive wahr. Dazu werden Strukturen unter die Lupe genommen: Das Thema sind organische Strukturen von Spinnen und ihre Fähigkeiten, Netze zu spinnen und zu knüpfen. Das eigene künstlerische Arbeiten wie zum Beispiel einfache Zeichenübungen, das Experimentieren mit Farben, collagierende Techniken und Installationen werden dabei Ausgangspunkt sein für einen anderen, handlungsorientierten und sinnlichen Zugang zu den Wunderwelten im MINT-Unterricht.
Es werden fächerverbindende Methoden vorgestellt, die für den Einstieg in die Thematik, als Motivation oder auch für die Festigung des Gelernten verwendet werden können. Dabei werden neben eigenem kreativen Erleben erprobte Best Practice-Beispiele zum vertiefenden und fächerübergreifenden Arbeiten mit kulturellen Methoden präsentiert. Mit mikroskopischem Blick einerseits und weltoffener Perspektive andererseits offenbaren sich in den Wunderwelten MINT ganz neue Erfahrungen.

Eingeladen sind Lehrkräfte aller Fächer, da die Methoden auch auf andere Fächer übertragbar sind.

  ©Tim Mossholder

Ziele

Die Teilnehmenden

  • wenden verschiedene kreative Unterrichtssequenzen und verschiedene künstlerische Werkzeuge und Herangehensweisen im eigenen Unterricht an
  • gestalten den Unterrichtsinhalt durch Zeichnung, Malerei, Collage, Assemblage, Storytelling und die künstlerische Verwendung von Projektion für die Schülerinnen und Schüler so, dass er zu einem sinnlich erfahrbaren Erlebnis wird
  • haben die notwendige, zugrundeliegende künstlerische Haltung
  • sind in der Lage, bekannte Strukturen unter einem Perspektivwechsel zu beobachten und haben dafür ihre Wahrnehmung geschult und können kreativ interpretieren
  • gelangen über den Dialog und das gemeinsame künstlerische Interpretieren des Gegenstandes in ein gleichberechtigtes gleichfähiges Lernen auf Augenhöhe, welches Kognition, Motorik und Affektion parallel verbindet
  • setzen einen künstlerischen Prozess um, bei dem sich die wesentlichen Elemente des Lerngegenstandes künstlerisch entfalten.

Dem Workshop „Wunderwelten MINT" liegen folgende Basis-Kompetenzen zugrunde:

Zeitlicher Gesamtaufwand: 7 Stunden

Stefanie Manhillen ist Mixed-Media Künstlerin. Ihr Fokus liegt dabei auf partizipativen interdisziplinären Mixed-Media-Installationen in der Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern anderer Kunstformen und mit Einbeziehung des Publikums. Weiterhin ist sie Leiterin einer Kunstschule, Freie Mitarbeiterin des Arp Museums, Kulturschulbegleiterin an Schulen, Workshopleiterin für Menschen allen Alters und vom Land Rheinland-Pfalz ausgebildete Fortbildnerin im Bereich Kreative Unterrichtspraxis (LTTA).
www.stefanie-manhillen.de

Renate Gaethke-Sander unterrichtet seit mehr als 30 Jahren an einer beruflichen Schule in der Mitte Schleswig-Holsteins. Seit 2019 ist Renate Gaethke-Sander zudem als Fachberaterin für kulturelle Bildung an Schulen im Kreis Rendsburg-Eckernförde tätig. Hierbei berät sie Schulen in kulturellen Bildungsprojekten. Ebenso unterstützt sie diese auf ihrem Weg zur Zertifizierung als „Kulturschule" und wirkt an Schulentwicklungstagen mit.
https://kulturellebildung-sh.de/akteure/fachberaterinnen/92 

Sylva Brit Jürgensen arbeitet seit über 30 Jahren als Sonderschulpädagogin an Förderzentren und Regelschulen im Norden Schleswig-Holsteins. Sie unterrichtete fächerübergreifend prozess- und projektorientiert in den Fächern Deutsch, Mathe, Kunst, Sachunterricht, Biologie, Geschichte und Erdkunde. Sie entwickelte das Konzept der NaturSpielpädagogik, welches nachhaltiges Lernen, Partizipation und Empowerment durch die Verschränkung von Naturwissenschaft, BNE und Methoden Kulturellen Bildung ermöglicht. Seit 2022 arbeitet Sylva Brit Jürgensen als Kreisfachberaterin für Kulturelle Bildung an Schulen der Stadt Flensburg.
https://kulturellebildung-sh.de/akteure/fachberaterinnen/114 

Hinweis

Informationen über die Barrierefreiheit erfragen Sie bitte bei der jeweiligen Veranstaltungsleitung. Es ist Aufgabe der Schulleitung, den teilnehmenden Lehrkräften ausreichend Zeit für Mittagspause und Anfahrt zu ermöglichen.