06.02.2019

Start der Ferienakademie 2019 in den Faschingsferien

Die Landauer Künstlerin Susanne Wadle wird vom 4. bis 8. März 2019 den neu konzipierten Ferienkurs „Weidenwerke für Garten und Hof" anbieten. Wir haben sie dazu befragt.



Frau Wadle, wie kam es in Ihrem Leben zu dem Entschluss, sich mit Kunst auseinanderzusetzen?

Susanne Wadle: Aufgewachsen auf einem kleinen Weingut in der Südpfalz träumte ich schon als Kind davon, Künstlerin zu werden. In der Küferei meines Großvaters fand ich allerlei Werkzeuge, und in der reizvollen Umgebung der Weinberge gab es unendlich viele Anregungen für mich. Als Kind durfte ich einmal der Malerin Marie Strieffler an der Staffelei über die Schulter schauen und bei dem Bildhauer Herbert Lorenz besuchte ich erste Modellierworkshops und Aquarellierkurse.

Haben Sie künstlerische Vorbilder, die Sie auf Ihrem bisherigen Weg geprägt haben?

SW: Im Studium der Kunsterziehung befasste ich mich anfangs mit Fragen der Malerei und der expressiven Zeichnung. Picassos Wandlungsfähigkeit und Ideenreichtum haben mich damals sehr begeistert. 
Während meiner Diplomzeit in Frankreich war ich fasziniert von der Arte Povera, außerdem bewegten mich die Objekte und Installationen von Eva Hesse, Louise Bourgeois, Meret Oppenheim und natürlich die Plastiken Henry Moores. Viele Impulse gab mir das Studium der freien Bildhauerei an der Akademie Karlsruhe. Die Auseinandersetzung mit Innen- und Außenräumen erlebe ich bis heute als spannend und interessant: Wie bringe ich Kunstwerk und Raum in einen Dialog? 

Womit setzen Sie sich zurzeit auseinander?

SW: Aktuell gibt es in meiner Arbeit neben meinen kleinformatigen Malereien und partizipativen Projekten zwei Werkgruppen: Die figürlichen Stelen mit Terrakotta als Ausgangsmaterial, welche unter dem Arbeitstitel „fremd und doch vertraut" zusammengefasst sind. Seit dem Ende der 90er-Jahre entstehen außerdem höhlenähnliche Skulpturen und Objekte die ich unter „Habitat", Lebensräume, bündele.



Was assoziieren Sie persönlich mit der Akademie Schloss Rotenfels?

SW: Für mich ist die Akademie ein zauberhafter, poetischer Ort der Begegnung und der Kreativität. Sie bietet wichtige und vielfältige Möglichkeiten der Fortbildung, des Austauschs und der Reflexion.

Ihr neuer Workshop beschäftigt sich mit Garten-Kunst bzw. Landart. Was verbinden Sie mit dem Thema und was erwartet die Teilnehmenden?

SW: Die Teilnehmenden erarbeiten gemeinsam skulpturale Werke aus Weiden. Wir werden kuppel- oder zeltähnliche Formen entwickeln, die transportabel sind und im heimischen Garten installiert werden können. Sie erfahren auch, wie lebendige Objekte und Skulpturen konstruiert werden, die ins Erdreich einwachsen. Das Gestalten mit dieser schönen Kulturpflanze macht Freude und hat auch einen ökologischen und nachhaltigen Aspekt.



Wie sorgen Sie in Ihrem Kurs für eine wohltuende Arbeitsatmosphäre?

SW: Wir werden bei hoffentlich frühlingshaften milden Temperaturen viel in der Natur arbeiten. Kleine Übungen lassen die Teilnehmenden auf spielerische Weise in den Werkprozess hineinfinden und machen sie mit Material und Technik vertraut. Versorgt mit erfrischenden, neuen Impulsen wird die Gruppe im gemeinsamen Workflow viele schöpferische Momente erleben.

Liebe Frau Wadle, wir danken Ihnen für das Gespräch.