Ferienakademie 2019 in den Osterferien

Die Karlsruher Künstlerin Angela Johe wird vom 15. - 18. April in Schloss Rotenfels mit dem Ferienkurs „Objekt – Gefäß" debütieren. Wir haben sie dazu befragt.

 



Schloss Rotenfels: Frau Johe, Sie sind Künstlerin und ausgebildete Keramik-Meisterin. Ein Laie kann sich nur schwer vorstellen, wie der Weg zur Meisterin aussieht und wie lange so eine Ausbildung dauert.

Angela Johe: Ich hatte damals nach der Schule keine richtige Idee, was ich beruflich machen will. Klar war, dass es schön wäre, etwas mit meinen Händen zu erschaffen. Ganz in der Nähe meines Heimatortes gibt es eine Keramikwerkstatt, die mich schon immer faszinierte. Der Geruch, als ich damals das erste Mal in die Werkstatt kam, ist mir heute noch in der Nase.
Ich bat dort um ein Vorstellungsgespräch und wurde daraufhin zu Probetagen eingeladen, d.h. ich durfte eine Woche lang dort mitarbeiten. Diese Chance hat meine Entscheidung leicht gemacht, und so wurde ich in drei Jahren zur Keramikerin ausgebildet. Nach diesen Jahren, die ich mit viel Geschick und Liebe für den Beruf erfolgreich beenden konnte, arbeitete ich zuerst in verschiedenen Werkstätten als Gesellin, um dann wieder in meine ehemalige Lehrwerkstatt zurückzukehren und dort die Meisterausbildung zu machen, damit ich die Leitung der Produktion und die Ausbildung der Lehrlinge übernehmen konnte.

 

SR: Die Menschen lieben feines Porzellan. Aber wie wird das hergestellt?

AJ: Porzellan ist ein sehr erinnerungsfähiges Material, das wohlwissend behandelt werden will, es wird gedreht oder gegossen. Nach dem Trocknen wird der erste Brand, der so genannte Schrühbrand gefahren, danach wird es bemalt, beschriftet und glasiert, um ein zweites Mal gebrannt zu werden und dann den wunderbaren transluzenten Scherben zu entwickeln.

 

SR: Auf Ihrer Homepage (johe-porzellan.de) gibt es die Kategorien „Objekt" und „Gefäß". Wodurch unterscheiden sich Ihre zarten Porzellanwerke?

AJ: Meine Objekte sind ausschließlich auf der Töpferscheibe gedreht, geformt und durch verschiedene Techniken mit Stacheln oder anderen Mustern versehen. Es sind Einzelstücke.
Die feinen Porzellanbols und Schachteln sind aus eigens hergestellten Gipsformen gegossen. Hierbei ist mir sehr wichtig, dass die Stücke eine eigene Dynamik entwickeln und so ihre Sprache finden.

 

SR: In Schloss Rotenfels werden Sie an Ostern einen viertägigen Kurs zum Thema „Objekt – Gefäß" anbieten. Wie viel Kunst und wie viel Handwerk ist da zu erwarten?

AJ: Natürlich ist die Technik wichtig, um am Ende ein befriedigendes Ergebnis zu erhalten. Doch die künstlerische Freiheit steht hier sehr im Vordergrund. Ich möchte den TeilnehmerInnen die Sicherheit vermitteln, dass sie, ihren eigenen gestalterischen Vorstellungen entsprechend, eine schöne Arbeit herstellen können. Der Freiraum etwas zu ändern, zu verbessern, umzudenken, zuzulassen und sich einzulassen auf das Material.

 

SR: Aus Ihrer Tätigkeit an der Hochschule für Gestaltung bringen Sie langjährige pädagogische Erfahrung mit. Worauf kommt es Ihrer Meinung nach an, wenn Sie Kurs-Teilnehmende in die Arbeit mit Ton und Porzellan einführen?

AJ: Feuer fangen. Das Material spüren und ein Gefühl dafür bekommen, ist das Wichtigste, um mit Ton zu arbeiten. Diesen Weg gehen wir gemeinsam, ich freue mich auf sie.

 

SR: Möchten Sie Ihren Teilnehmern vor Beginn des Kurses noch etwas mit auf den Weg geben?

AJ: Alles ist erlaubt! Lassen Sie ihren Vorstellungen freien Lauf.



SR: Liebe Frau Johe, wir danken Ihnen für das Gespräch und freuen uns auf die künftige Zusammenarbeit.

Detaillierte Informationen zum Kurs und die Möglichkeit der Anmeldung gibt es hier