Ferienkurse 2019 im Sommer

„Wie bewegt man sich in zähflüssigem Honig?" - der Freiburger Theaterpädagoge Julian Maier wird vom 5. bis 9. August 2019 in Schloss Rotenfels den neu konzipierten Ferienkurs „Bewegung in Szene setzen" anbieten. Wir haben ihn dazu befragt.

 


Schloss Rotenfels: Herr Maier, betrachten Sie als Theaterpädagoge die Welt mit anderen Augen?

Julian Maier: Ich liebe es, Alltagsmomente zu beobachten. In jeder alltäglichen Situa?on kann man etwas Besonderes finden. Das ist für die Theaterarbeit natürlich sehr interessant. Haben Sie sich zum Beispiel schon mal vorgestellt, wie es ist, sich in zähflüssigem Honig zu bewegen? So könnte zum Beispiel der Anfangsimpuls für eine Bewegungsimprovisation aussehen.


SR: Ihr Kurs zielt u.a. darauf ab, sich selbst und seinen Bewegungsmustern auf die Schliche zu kommen. Geht es in Ihrer Arbeit zusätzlich um das Thema Achtsamkeit?


JM: Für mich geht Achtsamkeit immer mit einer Bewusstwerdung über das eigene Handeln einher. In meinem Kurs biete ich Übungen an, die die Wahrnehmung und das Körperbewusstsein schulen. Dabei geht es nicht darum, eine anstrengende Technik zu erlernen, sondern durch ein entspanntes Körpergefühl eine ganzheitliche Wachheit zu erreichen.
Im Laufe meiner Theaterbiografie habe ich entdeckt, dass ich Situationen meines eigenen Lebens wie eine Theaterszene von außen betrachten kann. Durch diesen Blick mit Abstand, kann es gelingen, das eigene Leben bewusster zu gestalten.



SR: Können sich die Teilnehmenden etwas aus den Inhalten, die sie im Kurs erlernen, in ihren normalen Alltag mitnehmen?

JM: Auf jeden Fall. Zunächst einmal die Freude an Bewegung! Dann ganz prakische Übungen für die körperliche Entspannung,
die einem auch in stressigen Situationen helfen, bei sich zu bleiben, und die man auch nach Ende des Kurses zu Hause machen kann. Und natürlich stärkt ein gutes Körpergefühl und eine gesteigerte Präsenz auch das eigene Auftreten, sei es im beruflichen oder privaten Umfeld. Ich beobachte immer wieder, wie aus der eigenen Ruhe und Bewusstheit eine natürliche Präsenz entsteht, mit der man selbst mit einer gesteigerten Wahrnehmung durch seinen Alltag geht und auch anderen gegenüber treten kann.


SR: Können auch Sportmuffel am Kurs teilnehmen?

JM: Der Kurs beginnt zunächst einmal damit, dass wir einfache Übungen machen, in denen die Teilnehmenden eigene Bewegungen bewusst wahrnehmen und dann spielerisch kleine Veränderungen einbauen. Die Teilnehmer/innen erleben hier, dass sie ihren körperlichen Voraussetzungen entsprechend in Bewegung kommen und haben meiner Erfahrung nach viel Spaß daran zu erleben, dass sie auf Grundlage ihrer eigenen Potenziale und Interessen neue spannende Bewegungsmöglichkeiten
entdecken. Bewegung auf der Bühne heißt ja nicht, eine Choreografie perfekt zu beherrschen und sich körperlich komplett zu verausgaben. Man kann auch Geschichten erzählen, in dem ein Fuß oder nur der Kopf in Aktion ist. Meine Kurse sind so aufgebaut, dass ich Übungen und Impulse anbiete und dann das aufgreife, was die Teilnehmer/innen daraus machen. Mit diesem Material geht die Gestaltung dann weiter. Es ist also eine Arbeit, die sich in hohem Maß an den Angeboten der Menschen orientiert, die den Kurs besuchen.


SR: Sie haben bereits Kurse in Schloss Rotenfels geleitet, was assoziieren Sie persönlich mit dem Haus?

JM: Das Haus und seine Umgebung sind ein Ort, an dem der Alltag verblassen kann und man in der Ruhe selbst zur Ruhe kommt und sich konzentriert auf neue Erfahrungen einlassen kann.


SR: Wir danken Ihnen für das Gespräch und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.


Detaillierte Informationen zum Kurs und die Möglichkeit der Anmeldung gibt es
hier